Admiral Stavridis über Afghanistan
Alle Jahre wieder müssen die Befehlshaber der amerikanischen Combatant Commands vor dem Senat ihre Budgetwünsche anmelden und rechtfertigen. Admiral Stavridis, der nicht nur Supreme Allied Commander Europe sondern auch Befehlshaber EUCOM ist, war einer von drei Befehlshabern, die heute vor den Senat traten. Aus seinem Statement hier der entsprechende Auszug zu Afghanistan. (Der Rest ist übrigens auch lesenswert).
I believe there are four areas in which we must succeed in order to win in Afghanistan. First, we must strike the right balance between our civilian and military efforts. Success cannot be achieved solely by the military. In addition to strong military and police forces to ensure security, Afghanistan needs a credible government taking active, visible steps to show that it is stamping out corruption, improving efficiency and delivering necessary services to its people effectively. This is where concentrated civilian efforts are needed the most, for it is they who have the expertise and credibility on topics such as rule of law, economics, and agriculture – three areas that are critical to Afghanistan’s reconstruction and development.
Second, if Afghanistan is to become a secure and stable nation, the Afghans themselves must be at the center of this effort. Our Allies must partner with Afghan security forces and civilian personnel to mentor and develop their own capabilities to conduct these critical activities on their own. The Afghan people must assume responsibility for the well-being of their country and they must feel confident in their own government’s ability to provide basic security and services absent of corruption and tribal favoritism.
Third, strategic communication will be a key method of ensuring that the Afghans, as well as our enemies, understand the United States and our Allies are committed to a secure and stable Afghanistan.
Finally, the most important role that the military can play in this strategy is to increase the size and capability of the Afghan National Security Forces (ANSF), through training and mentoring, to be able to take the lead responsibility for securing their country.Again, the challenges facing Afghanistan today are serious and complex. However, I am confident that the Afghan people will prevail. We have the right strategy and resources in place to partner successfully with the Afghans to develop their capacity to self-secure.
Große Freude im New Media LAnd
Gestern Abend herrschte in New Mediahausen so etwas wie helle Aufregung. Das Department of Defense hatte endlich die sogenannte “Directive for responsible and effective use of social media” veröffentlicht. Leider, leider kann ich diesen Enthusiasmus nicht teilen. Ja, gut: das DoD erkennt an, dass Social media “is integral to operations across the DoD” und ordnet die Konfiguration des unklassifizierten NIPR Net dergestalt an, dass Social Media genutzt werden kann. Aber, wenn ich mich recht entsinne, fehlt ein wichtiger Satz aus einem der Entwürfe. Da hatte es noch geheißen, dass das DoD “shall permit and encourage official use of internet-based capabilities to leverage their potential while managing risk to build an information advantage for DoD personnel and mission partners”. Dieses encourage fehlt in der jetzt veröffentlichten Fassung. Auch können örtliche Kommandeure den Zugang zu Social Media einschränken, zB wegen OpSec oder Bandbreitemproblemen. Die jetzt veröffentliche Fassung ist damit ganz offensichtlich ein Kompromiss zwischen Befürwortern und Bedenkträgern, was Social media angeht. Das dürfte auch der Grind gewesen sein, weshalb sich die Veröffentlichung monatelang verzögert hatte. Der Bundedwehr steht diese Debatte übrigens wohl nicht ins Haus. Internetzugänge sind hier abgezählt.
Al-Jazeera: Flüchtlinge aus Kunduz in Tadjikistan
Die nächste Woche werde ich ‘on the road’ sein, was bedeutet, dass Posting nur sehr eingeschränkt möglich sein wird (obwohl ich versuchen werde, mal vom iPhone zu posten). Bevor ich mich abmelde, wollte ich rasch noch auf folgendes Video hinweisen. Al-Jazeera (die englische Version) berichtet über Flüchtlinge aus Kundus, die es nach Tadjikistan geschafft haben. Man sollte bei aller Konzentration auf das Militärische nicht vergessen, dass bewaffnete Auseinandersetzungen immer einen humanitären Aspekt haben, der zu leicht in Vergessenheit gerät.
Kommandeur im Einsatzland
Wenn ehemalige Kommandeure im Einsatzland über ihre Erfahrungen berichten, noch dazu öffentlich, höre ich immer aufmerksam zu. Ich möchte ja schließlich was lernen. Natürlich gibt es Medienberichte aus dem Einsatzland, zurückgekehrte Kameraden berichten ausgiebig, aber Kommandeure haben eben eine besondere Perspektive durch ihre herausgehobene Dienststellung. Am vergangenen Mittwoch trug im Rahmen der “Wintervorträge” der 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig General Jörg Vollmer (ehemals Kommandeur RC North, inzwischen wieder als Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37 in Frankenberg) zur Lage in Afghanistan vor. Ich war wohl etwas naiv, als ich fragte ob der Vortrag Vollmers irgendwo online gestellt werde – nein sagte man mir, der Vortrag sei direkt wieder vom Rechner gelöscht worden. Auch auf der Webseite deutschesheer.de war leider kein Bericht eingestellt. Gut, dass wenigstens die Leipziger Volkszeitung in Gestalt von deren vorzüglicher Chefredakteurin Dr. Kecke vor Ort waren und Bericht erstattete. Da der Bericht hierzu noch nicht online steht, erlaube ich mir mal schnell auszugsweise zu berichten. (Der Bericht ist unter dem Titel: “Nur wo es Sicherheit gibt, ist Aufbau möglich” am 25.02.10 erschienen). Vollmer stellte die These, dass Aufbau in Afghanistan ohne Sicherheit nicht möglich sei, in den Vordergrund seiner Ausführungen. Er hob positiv hervor, dass
der Norden (…) nahezu frei vom Drogenanbau sei, In sieben der neun Provinzen werde kein Mohn angebaut, in den anderen beiden sei es minimal im Vergleich zum Süden.
Auch sei im Norden Afghanistans viel erreicht worden. Vollmer verwies hier auf die fertiggestellte Ringstraße durch die Region, den neuen Flughafen in Masar-i-Scharif und das ebenfalls neu errichtete Krankenhaus.
Die USA, so berichtete Vollmer, wollten sogar ein Konsulat in Masar-i-Scharif einrichten, um die Entwicklung besser zu fördern. “Deutschland, das im Norden Verantwortung trägt, wird kein Konsulat eröffnen”, legte er kritisch nach.
(Anmerkung: zu der Geschichte mit dem Konsulat lesen Sie bitte den Beitrag: “Mehr Köche als Diplomaten” (pdf!) in der Financial Times Deutschland).
Anschließend ging Vollmer auf die Sicherheitslage im Norden Afghanistans ein:
(…) wenn auf 770 000 Einwohner in der Provinz Kundus nur 1200 afghanische Polizisten kämen, dann sei klar, dass nachhaltige Sicherheit nicht garantiert werden könne. Vollmer begrüßte daher, dass Deutschland nun verstärkt Polizeikräfte ausbilden und auch die Gehälter für 2500 afghanische Polizisten übernehmen will. Die Bevölkerung, so der Brigadegeneral, wolle erstens Sicherheit, zweitens Bildung und drittens Aufbau, “in dieser Reihenfolge”.
Mehr gibt es in gedruckten Ausgabe der LVZ. Würde gerne noch mehr extrahieren, aber ich wenn ich mich recht entsinne, gibt es eine unausgesprochene Regel, nur eine bestimmte Anzahl von wörtlichen Zitaten zu extrahieren. Na ja. Um so interessanter wäre es natürlich, wenn Vollmer seine Erfahrungen mal zu Papier bringen lassen würde und dann veröffentlichen würde. Oder habe ich was verpasst? Anyone? (wer jetzt Löwenstein sagt, dem sage ich: ja, aber das zählt nicht).
Xinhua: Kämpfe rund um Char-Dara (Update 16:07)
Schnelles Update zu den Kunduz-Diaries von gestern. Xinhua berichtet heute morgen über neue Kämpfe im Distrikt Char-Dara. Die Meldung scheint bisher noch nicht online zu sein, daher hier ein schnelles Copy and Paste:
KABUL, Feb. 25 (Xinhua, 0825 GMZ) — Clash between security forces and Taliban flared up Thursday in Chardara district of Kunduz province in north Afghanistan as the militants opened fire on the troops, district chief Abdul Wahid Omarkhil said. “A unit of Afghan and the NATO-led troops were on patrol in Nahr-e-Sufi village when the Taliban rebel opened fire at 10:00 a. m. local time on the troops and since then clash has been continuing in the area,” Omarkhil told Xinhua.He did not say if there were any casualties on militants.
Meantime, a Taliban purported spokesman Zabihullah Mujahid in talks with media via telephone from undisclosed location claimed that a roadside bomb planted by militants struck a military vehicle of the troops inflicting casualties. However, Omarkhil rejected the claim, saying there were no casualties on troops. Thousands of NATO-led troops with majority of them Germans have been deployed in Kunduz to ensure stability there.A relatively peaceful province until early 2009, Kunduz has been the scene of increasing militancy over the past several months.
Update (17:07 hrs): Die Eine Meldung der Bundeswehr ist inzwischen hier.
Update (26.02.10, 19:59): Ok. So langsam kommt Licht in die Vorgänge von gestern und ich habe Zeit zu ordnen. Offensichtlich handelte es sich bei den Auseinandersetzungen gestern um zwei verschiedene Vorgänge. Am Vormittag wurde nach Meldungen der afghanischen Nachrichtenagentur Pajhwok eine gemeinsame Patrouille von ANA und amerikanischen Kräfte angegriffen. Dabei wurden nach Angaben eines afghanischen Sprechers 25 Taliban entweder getötet oder verwundet (remember: Taliban sterben nach offiziellen afghanischen Angaben meist in Gruppen von 25-30), darunter, nun ja, auch einige Kommandeure:
Some senior Taleban insurgents were among those killed in the operation, the spokesperson claimed, but added their identities would be established later. Two Afghan National Army (ANA) soldiers were also killed and a third one injured during clashes with insurgents.
Um. Klingt eindeutig, oder? Arzu TV jedoch berichtet hierzu wie folgt: (Hervorhebungen sind meine)
Governor of Konduz Province says that one international security officer was injured in the incident. The governor also says that there are no accurate reports about the casualties among the Taleban in the incident, however two ISAF armoured vehicles and one national army vehicle were destroyed in the incident. He adds the security is controlled by the Afghan and international security forces in the area and preparations are made to clear the area from the Taleban.
Drüben bei Facebook linkt Thomas Wiegold auf eine Meldung, die darauf hindeutet, dass auch fünf amerikanische Special Forces in dem Gefecht verwundet wurden. Die deutschen Kräfte wurden offensichtlich erst im Laufe des Gefechts nachgeführt – ob zur Kräfteverstärkung oder zur Unterstützung muß offenbleiben. Sie scheinen auf dem Rückmarsch ins Feldlager Kunduz angegriffen worden zu sein, wobei hier eine Frage interessant wäre: wurden sie vom Ort des Gefechts verfolgt oder handelte es sich um einen bewußt gelegten Hinterhalt?
Ach ja – die Taliban in Gestalt ihres nimmermüden Propagandasprechers bestreiten natürlich alles. Pappnasen.
However, a Taleban mouthpiece denied any casualties inflicted on their side. Talking to news agency over the telephone from an undisclosed location, Zabihullah Mujahid a roadside bomb explosion killed seven national and international service members the same area.
Kunduz Diaries (IV) — Updated
Eigentlich hatte ich vorgehabt, heute mal was anderes wegzubloggen als militärische Ereignisse rund um Kundus. Allein, es drängte sich heute eine Geschichte auf. Und die geht so: vor knapp einer Woche hatte der allzeit alerte Governeur der Provinz Kundus, Mohamed Omar, die Aufständischen in der Provinz ultimativ dazu aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen und sich am Reintegrationsprozeß zu beteiligen. Falls nicht, werde sie die kommende Offensive der afghanischen Sicherheitskräfte im Norden Afghanistans schon dazu bringen, ihre Waffen niederzulegen.
Nun habe ich leider nicht genug Informationen um bewerten zu können, ob es diese Pressekonferenz Omars war, die am Montag Sayed Murad (auch: Syed Murad), einen lokalen "Taliban-Kommandeur" dazu bewegte, zur Regierung überzulaufen – auf jeden Fall tat er, wie Xinhua am Montag berichtete, genau das. So weit so gut.
Heute nun berichteten verschiedene lokale Medien, dass das Haus von Murad in Qasab (Char Dara Distrikt) gestern Abend durch "Taliban" angegriffen worden sei. Dabei sei es zu einem Feuergefecht gekommen, in deren Verlauf drei Angreifer durch Wachen getötet worden seien, während Murad und zwei seiner Wachleute verletzt worden seien. Murad befindet sich zur Zeit im Hospital in Kundus. Glaubt man übrigens der Aussage von Murad, haben ungefähr 200 Aufständische angegriffen, während er selbst nur 13 Wachen zur Verfügung gehabt habe. Na ja.
Über Murad selbst und seine Beweggründe liegen leider immer noch keine Informationen vor – selbst die Suche in einschlägigen (offenen) Datenbanken war erfolglos. Interessant finde ich aber die Aussage, die Murad der Webseite Larabar.com zu Protokoll gab. Da heißt es:
Ich habe mich vor zwei Tagen mit der lokalen Regierung versöhnt und bin mit 30 Kämpfern in das Lager des Governeurs gewechselt. (…) Vor sechs Jahren mußte ich schon einmal vor den Taliban fliehen, nachdem diese mir gedroht hatten, mich umzubringen. Vor sechs Monaten kehrte ich zurück (nach Kundus) und versuchte mich mit den Taliban zu arrangieren. Ich habe Kontakt mit ihnen aufgenommen, damit sie meinen eigenen Leuten keinen Schaden zufügen. Ausserdem wollte ich mich selbst und meine Familie schützen. Aber die Taliban haben nicht auf mich gehört, also habe ich mich an die Regierung gewandt und habe die Taliban verlassen.
Man wird solche Äußerungen mit der nötigen Vorsicht zur Kenntnis nehmen müssen. Das Take-Away aus dieser Geschichte ist aber für mich, dass die Aufständischen mit dem gestrigen Angriff eine Botschaft gesetzt haben, die lautet: "wir akzeptieren nicht, dass sich ehemalige Kämpfer aus unseren Reihen der afghanischen Regierung anschließen. Wer immer das tut, sollte mit unserer Rache rechnen." Vor diesem Hintergrund ist auch der Mord an einem afghanischen Offiziellen zu sehen, der sich heute morgen in Kandahar ereignete. Hierzu berichtet die Afghan Islamic Press:
The Taleban spokesman, Qari Yusof Ahmadi, taking responsibility for the killing of Abdol Majid Bobe, the [culture] head of Kandahar Province, told Afghan Islamic Press: "Abdol Majid Bobe was carrying out work against Afghan society’s Islamic and Afghan principles and spreading impiety and obscenity within the Muslim society of Afghanistan and confusing people about Islam and Afghan culture and also he was working in a department which was set up by others [foreigners] and he was working for them and the Taleban killed him for this reason."
Ahmadi added: "The Taleban have been after all important officials who have been serving foreigners against Islam and Afghanistan and soon they [the Taleban] will punish such people for their deeds."
The Taleban spokesman went on to say that the Taleban will forgive those who distance themselves from the present administration otherwise they will be killed.
Da ist es gut zu wissen, dass der Angriff gestern anscheinend nicht nur durch Wachen Murads abgewehrt werden konnte, sondern dass anscheinend auch recht rasch afghanische und internationale Sicherheitskräfte zur Stelle waren. Das ist der passende Counter-Point zur Botschaft der Taliban.
In other news: deutsche Soldaten gerieten gestern in der Provinz Kundus zweimal unter Beschuss, glücklicherweise wurde dabei kein Soldat verletzt. Ob dies im Zusammenhang mit einer Operation afghanischer und internationaler Sicherheitskräfte steht, von der Arzu TV berichtet, muss offen bleiben. Im Zuge dieser Operation, die dem Vernehmen nach vom 22-23 Februar andauerte, sei der Bereich um Qaria-e Qasab von Auftständischen befreit worden. Weiter heisst es bei Arzu TV:
The joint operation of Afghan and international security forces was conducted in Chahar Dara District of Konduz Province with the coordination of local residents of the area. The operation resulted in the killing of seven militants and injuring of nine others. Lal Mohammad Ahamdzai, spokesman of Pamir Army Zone Num 303, says that Qaria-e Qasab was one of the main bases of the Taleban in the past and is now completely cleared from the Taleban. He adds that there were no causalities among the Afghan and international security forces during the incident.
Update (19.54 hrs): Hier ist einer der wenigen deutschsprachigen Meldungen zu diesem Thema.
Lebenslanges Lernen
Lebenslanges Lernen ist ja gerade heutzutage wichtiger denn je. Sagte gestern bei Beckmann nochmal der Alt-Bundeskanzler Schmidt. Genüßlich an der Mentholzigarette ziehend teilte er der Fernsehnation mit, dass er sich zukünftig auch Berufsschulen für 47-jährige vorstellen könne, damit die dann einen zweiten oder dritten Beruf lernen müssten (full disclosure und off topic: mein Lieblingssatz war ja eher: nicht so lange rumstudieren). Right. Zum lebenslangen Lernen gehört für mich, ruhig auch mal bei anderen vorbeizuschauen und zu sehen, was die so im Hinblick auf ihre sicherheitspolitische Kommunikation so machen. Drüben, beim jederzeit lesenswerten kanadischen Blog The Torch, hatten die Jungs am letzten Sonntag einen Beitrag, den ich sehr bemerkenswert fand. Da erzählt ein kanadischer Task-Force Kommandeur direkt aus Kandahar was über seinen Einsatz und sein tägliches Geschäft in Afghanistan. Und zwar per Skype! Shock and awe. Das ganze schnell noch sauber mitgeschnitten (keine Ahnung wie das geht bei Skype) und dann bei You Tube hochgeladen. Fertig ist die gut gemachte Information aus dem Einsatzland. Ist vielleicht nicht so spektakulär wie ein General, der in Washington das versammelte Pentagon-Pressekorps brieft, aber mindestens genauso informativ. Und dabei einfach zu produzieren. Der Fragesteller scheint übrigens ein Blogger zu sein. Doppel-Bonus.
Sollte man das nachmachen? Aus meiner Sicht: absolut ja. Warum? Nun, damit ich hier nicht das Rad neu erfinden muss, zitiere ich mal schnell aus dem (auch ansonsten sehr vorzüglichen) US Army Public Affairs Handbuch (Version 1.0):
Throughout American history our service members have been the most credible, influential and authentic spokespersons for the U.S. military way of life. Their diaries, letters and handwritten journals have provided some of the clearest accounts and most authentic historic documentations of American’s battles and warfare. However, that age has come to an end. The diaries and letters of yesterday are being replaced with instantaneous and worldwide communication, greatly increasing the service member’s ability to communicate. Internet based electronic media has become the most important means for service members to communicate (…) with families, friends and the general public – nationally and internationally.
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Wieder was gelernt.
Die Kunduz Diaries (III)
Während des vergangenen Wochenende schien es im RC North vergleichsweise ruhig gewesen zu sein. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, die übrigens unverändert eine, wenn nicht die beste Open-Source-Quelle für den Bereich des RC North ist, berichtete am Samstag, dass ‘Taliban’ das Haus des Distriktchiefs von Archi (nordwestlich von Kunduz) angegriffen hätten, der Angriff aber habe abgewehrt werden können. Ein Angreifer sei im Verlauf des Gefechts getötet worden. Leider vermerkt Xinhua den Namen des Distriktchiefs nicht, deshalb spekuliere ich mal, dass es sich um Sheikh Saduddin handelt.
Unterdessen berichtete am Sonntag der General Dostum nahestehende TV Sender Aina TV, dass mehrere Aufständische in der Provinz Kunduz ihre Waffen niedergelegt hätten und sich “der Regierung in Kunduz angeschlossen hätten.” Xinhua legte diesbezüglich am Montag nach und vermeldete, dass 25 Aufständische ihre Waffen abgegeben hätten und “in ihr normales Leben zurückkkehrt seien.” Leider hat das Xinhua-Stück keine weiteren Informationen zu dieser Geschichte. So wäre es durchaus interessant zu erfahren, welcher Gruppierung die ‘Aufständischen’ angehört haben und was sie dazu bewegt hat, die Waffen abzugeben.
Abschliessend berichtete Tolo TV am Montag, dass bei Kämpfen zwischen ‘Taliban’ und Einheimischen im Qol-e-Rangin Distrikt vier Taliban durch einheimische Milizen getötet worden seien. Zu dem Kampf sei es gekommen, als die Taliban versucht hätten, in das Dorf einzudringen. Fünf weitere Taliban seien verletzt worden.
Wenn Sie noch Zeit für die deutschen Medien haben sollten, lesen Sie doch bitte den Bericht von Christian Fröhlich von der Thüringer Allgemeinen, der heute mal aus Faisabad berichtet. Der Bericht auf Bild.de über die “Wahrheit der Hölle am Hindukusch” läßt mich dagegen eher ratlos zurück. So sehr es zu begrüßen ist, dass einmal aus Sicht der deutschen Soldaten vor Ort berichtet wird, so sehr stören mich doch die zahlreichen Fehler. However, machen Sie sich doch Ihr eigenes Bild.
The Kunduz Diaries (II) – Updated
Das wollte ich der geneigten Leserschaft auf keinen Fall vorenthalten. Deswegen hier ungekürzt und unredigiert eine Meldung der Afghan Islamic Press Agency aus dem Ticker von heute:
“Five Taleban said killed in own explosion in Afghan north: (19 Feb, 1140 GMT)/// According to reports, five Taleban members including their commander were killed in Dasht-e Archi District of Konduz Province in their own mine explosion. Spokesman of the Konduz governor Mahbubollah Sahidi told AIP that this morning some Taleban were busy planting a roadside mine in Mullah Qoli village in Dasht-e Archi District when their mine exploded. He further said that five Taleban including a local commander were killed in this explosion. Sahidi said the name of the killed commander was Mullah Sharafodin, saying the guy was appointed as the governor of Dasht-e Archi District by the Taleban. The Taleban have said nothing about the incident yet.”
Update (20 Feb, 0725): Jetzt hat auch die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua diese Meldung:”Premature explosion kills Taliban commander, 4 others in N. Afghanistan”: http://en.trend.az/regions/world/afghanistan/1642575.html
Diese Woche im Golf von Aden (I) – 1st Writethrough
Hin und wieder flattern Meldungen auf den Tisch des geneigten Pressesprechers, bei denen ich denke: Wow! Das gibt’s doch gar nicht. So zum Beispiel die Meldung, wonach mehrere private Yachten in den nächsten Tagen durch den Golf von Aden segeln wollen. Im Rahmen der so genannten Vasco da Gama Yacht Rallye. Gibt’s nicht, sagen Sie? Sämtliche maritime Organisationen warnen davor mit Nussschalen durch diese Ecke der Welt zu segeln? Und befindet sich das britische Ehepaar Chandler nicht nach wie vor in der Hand somalischer Piraten, nachdem sie zuvor mit einer Yacht durch den Golf von Aden zu segeln versucht haben? Die Antwort ist jedesmal ja, aber das hält die Veranstalter der Vasco da Gama Rallye nicht davon ab, die Veranstaltung auf der Webseite als einmalige Gelegenheit “to create a safe trip trough a interesting part of the world, but with dangerous situations as piracy, reefs and weather conditions” zu bezeichnen. Und weiter heisst es: “Taking the profit of the experience of the organisation and their contacts with the authorities in this Countries and Coastguard, International and Local Navy. Option for excursions.”
Im Klartext: in den nächsten Tagen segeln ungefähr zwanzig Yachten durch den Golf von Aden, der trotz der Anwesenheit internationaler Anti-Piraterie Missionen immer noch als eines der gefährlichsten Gewässer der Welt gilt. Dem Vernehmen bewertet der Veranstalter als nicht so hoch, als dass er das Rennen absagen würde. Begründung: man segele ja nahe an der jemenitischen Küste entlang und sei innerhalb weniger Tagen in Aden. Na dann man tau, wie man wohl in Marinekreisen sagt. Letzte Mitteilung an die durchaus als hirnrabig zu bezeichnenden Veranstalter: unlängst wurde von kompetenter Seite vor einem Überschwappen der Piraterie eben nach Jemen gewarnt.
Ansonsten war es eine durchaus erfreuliche Woche im Golf von Aden, jedenfalls wurden keine neuen Schiffe entführt. Gerüchte bzw. Pressemeldungen aus dem Osten Europas, wonach die Freilassung der Asian Glory bevorstehe, haben sich leider nicht bewahrheitet. Dem Vernehmen nach haben die Entführer der Asian Glory lediglich ihre Vorräte aufgefüllt, bevor man wieder an den alten Ankerplatz zurückkehrte. Replenishment at sea, wie der geneigte Marine-Fachmann wohl sagen würde oder wie ich es ausdrücke: die Piraten haben mal schnell Bier geholt. Keine guten Nachrichten also für die Besatzung der Asian Glory. Dagegen hört man beim Kaffeetrinken, dass ein weiteres Schiff wohl noch dieses Wochenende freigelassen werde, sobald das Lösegeld auf dem üblichen Weg abgeworfen ist.
Die Russen kündigten unterdessen an, ihre Schiffe im Golf von Aden auszutauschen. In den nächsten Tagen soll ein neuer Verband von Vladivostok aus in See stechen. Dann werden der Zerstörer Marschall Shaposhnikov, ein Schlepper und ein Versorger sich am Kampf gegen die Piraterie vor Somalia beteiligen. Und spätestens dann muss Kollege Stoltenow mal wieder seine Order of Battle überarbeiten, von der heute eine neue Version erschienen ist.
Last but not least, auf Zuruf des hiesigen Rechtsberaters, sollte auch das nicht unerwähnt bleiben: die dänische Reederei Clipper Projekt hat diese Woche gegen die Piraten, die im Jahr 2008 ein der Gesellschaft gehörendes Schiff entführt hatten, Klage vor einem dänischen Gericht eingereicht. Für die Freilassung der CEC Future mussten damals 1,5 Millionen Euro Lösegeld gezahlt werden. Jetzt sagt die Reederei: “I want my money back.” Dabei von dieser Stelle aus viel Glück, denn, wie die dänische Zeitung Politiken recht treffend anmerkt: “Das Hauptproblem bleibt, der Piraten habhaft zu werden. Somalia hat kein System, um die Verbrecher auszuliefern. Vor diesem Hintergrund denken wir, dass es unrealistisch ist, dass die Piraten in absehbarer Zeit in einem dänischen Gefängnis landen werden.” Das ist sehr wahr gesprochen und verdeutlicht die komplexen rechtlichen Probleme im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Piraterie.
Update: Die von mir sehr geschätzte Zeit hat diese Woche ein Portrait des Oberkommandierenden der somalischen Marine, Farah Ahmed Omar. Das Stück ist äußerst lesenwert, leider aber noch nicht online verfügbar. Highlight:
“Wieviele Schiffe haben Sie, Admiral? Prompte Antwort: Keines”
Das ist deswegen bemerkenswert, weil Admiral Omar jüngst in einem Interview mit dem somalischen Radiosender Simba angekündigt hat, dass die somalische Marine “bald” mit ihren Operationen gegen die Piraten beginnen werde. However, hoffentlich steht der ganze Beitrag bald online.
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Elsewhere in the cloud
- @joshuafoust There's a piece from earlier today where it#s reported that the Oxfam workers went on a mine. in reply to joshuafoust 3 days ago
- For those interested: http://bit.ly/avsKmE 3 days ago
- Congrats RT @joshuafoust: it's settled: my book (coming out this fall) will be titled: "Afghanistan Journal: Selections from Registan.Net." 3 days ago
- Greg Jaffe wins the netz. RT @joshuafoust @abumuqawama: Great reporting on the U.S. Army officer corps from Greg Jaffe. http://bit.ly/95cezV 4 days ago
- A couple of things spring to mind when reading this. ICOS. StratCom. But judge for yourself. http://bit.ly/aRIkqd 4 days ago
- Wer ihn gestern im Fernsehgarten gesehen hat, weiss, dass Sie Recht haben. Cheers. 4 days ago
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